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Klassifizierung der Weinbergslagen an Mosel - Saar - Ruwer

im Bureau der Königlichen Regierung von1897

 Ausschnitt aus der
Preußischen Weinlagenkarte
von 1897.

 

 

Die Klassifizierung fasst die
8 Bonitätsklassen
in 3 Farbstufen zusammen.

Dunkelrot     Klasse 1 - 3
Rot                Klasse 4 - 5
Ocker            Klasse 6 - 8

Mosel Wein, aus Ediger / Mosel Bremmer Calmont

Ellerer Calmont


Ellerer Höll


Ellerer Pfirsichgarten


Ediger Osterlämmchen

Ediger Hasensprung
jetzt Osterlämmchen


Ediger Feuerberg

Ediger Pfaffenberg
jetzt Feuerberg

Ediger Elzhofberg
 

An der Mosel  wachsen die besten Trauben aus Gründen des Kleinklimas an den  schwer zu bewirtschaftenden Hanglagen.
Hier ist die Sonneneinstrahlung nahezu senkrecht.

Die Besten Weine stammen aus den steilen Schieferlagen oder Terrassen ( Terroir Weine ),

Die hochwertigsten Weinbergs - Lagen findet man ca. bis zur Hälfte des Höhenniveaus, die Süd / Südwestlich
ausgerichtet sind, w
ie man an der Lagenkarte  erkennen  kann. Die oberen Bereiche der Weinberge
sind nur noch ocker gefärbt. (Klassen 5 - 8 )  Die Fähigkeit des Rieslings, sehr tief in den felsigen Boden 
zu wurzeln ( ca. 8 m ) und Mineralstoffe aufzunehmen gibt  den Weinen der Mosel ihren Charakter, wie er weltweit einmalig ist.

Günstiges Klima, Schieferböden und Fluss (Mikroklima) sind die idealen Voraussetzungen der Natur.
Für guten Wein kommt die Arbeit des Winzers dazu, der letztendlich für die Qualität des Weines verantwortlich ist.

 Spitzenweine lassen sich früher , wie heute nur aus Trauben bester Weinbergslagen erzeugen.

Napoleon ließ um 1804 eine "Classification des Vines"  (*) erarbeiten. Da das Rheinland zu dieser Zeit zu Frankreich gehörte, galten die gleichen Bewertungsgrundsätze wie für die französischen Kataster mit seinen weltberühmten Lagen. Als Napoleon vertrieben war; wurde das
Rheinland Preußische Provinz. Auch Preußen war an einer Klassifikation der Weinbergslagen interessiert, konnte man doch so Steuern bemessen.

Es erfolgte die Preußische Lagenklassifikation auf der Grundlage der Parzellenvermessung von 1818-1832 und der französischen Richtlinien.

Die Weinberge wurden in 8 Bonitätsklassen eingeteilt. Zunächst 1868 für den Bezirk Trier, 1897 für den Bezirk Coblenz.

Das gesamte Anbaugebiet Mosel - Saar - Ruwer hatte zu dieser Zeit 6146,42 ha Weinberge. Nur 9 % (559,95 ha) waren
in die ersten 3 Klassen aufgeteilt.  Auf der Karte mit Dunkelrot zu sehen. (Je Dunkelroter, je höher die Klasse.)

(*)
Classification de Vin 348 ( Übersetzung Sinngemäß )
Die Weinberge bieten sich an, in den jeweiligen Gemeinden in mehrere Klassen unterteilt zu werden. Tatsache ist,
das die Fläche mit der größten Erntemenge nicht automatisch den höchsten Rang in der Klassifikation nach sich zieht.
Durch Bodenverhältnisse oder die Natur selbst wird oft nur ausgesprochen wenig geerntet.

Weingärten :

Bei der Grundsteuer
Regelung eingeschätzt
zu Silbergroschen

 

Dunkelrot
300- 480 pro Morgen

Rot
150 - 240 pro Morgen

Ocker
15 - 120 pro Morgen

 

 

Klick für Karte groß

Heute werden knapp 9000 ha bebaut. Tendenz sinkend. Leider sinkt hauptsächlich die Steillagenfläche.
 

Basierend auf klimatologischen Gutachten, in denen festgestellt wurde, auf welchen Flächen Weinbau möglich ist, wurde am 29. August 1961
ein neues Weinwirtschaftsgesetz erlassen, das zur Folge hatte, daß viele Weinberge neu angelegt wurden. In welchem Ausmaß dies geschah,
dazu die folgenden Angaben (laut Auskunft der Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau, Trier):

1967 gab es in der Region Mosel- Saar- Ruwer  9 777 ha Weinland, 1979 waren es bereits 12 212 ha und 1992 sogar 12 788 ha.
Allein im Kreis Cochem- Zell wurden zwischen 1961 und 1990 immerhin 1 271 ha Weinberge neu angelegt. Die Weinbaufläche hat sich somit
innerhalb von 25 Jahren um 30,8 % vergrößert. Bei den Flächen, die zur Anlage neuer Weinberge genutzt wurden, handelte es sich teilweise
um Streuobstwiesen, daneben auch um Grünland und zu einem kleinen Teil Ackerflächen. Es sind riesige Flachlagen entstanden,
die mit moderner Technik bewirtschaftet werden, was in den Steillagen nicht möglich ist.
Der Steillagen-Weinbau wird durch viele Maßnahmen und Zuschüsse gefördert. In den letzten 10 Jahren
wurden zahlreiche Zahnradbahnen in den Steilstlagen errichtet. Nur so ist es überhaupt noch möglich,
diese Weinberge wirtschaftlich zu betreiben.  Trotzdem sinkt die Anbaufläche in diesen Lagen.

 Zitat Stuart M. Pigott:
Die Preußische Weinbaukarte ist nicht nur dokumentarischer Beweis für Spitzenrieslinge aus den berühmtesten Lagen.
Sie gibt auch Hinweise darauf, welche weniger bekannte Lagen das Potenzial zur Erzeugung von Spitzenweinen besitzen.

 

Die Franzosen meinen es, aber die Mosel hat sie - die älteste Weinlagenkarte der Welt!

Die historische Weinbaukarte Saar und Mosel des Steuerrates Clotten aus dem 19. Jahrhundert wurde von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Trier mit Unterstützung der Weinwerbung und weiterer Sponsoren neu herausgegeben. Die Karte ist eine Faksimile-Ausgabe der 1868 im Auftrag der Preußischen Regierung herausgegebenen Lagenklassifikationskarte für den Regierungsbezirk Trier.
Das Original der Karte befindet sich in der Stadtbibliothek Trier.
 
Das von Katasterinspektor Steuerrat Clotten erstellte Dokument beruht auf den Ergebnissen einer von 1816 bis 1832 durch die preußischen Steuerbehörden erfolgten Bewertung der Weinlagen an Mosel, Saar und Ruwer im damaligen Bezirk Trier (bis Traben-Trarbach).
Weiter wurden die französischen Einstufen von 1804 in der Karte berücksichtigt. Die historische Weinlagenkarte stellt in einer Farbabstufung die Weinbergslagen des Anbaugebietes von Mosel, Saar und Ruwer dar.
 
"Obwohl die 1855 veröffentlichte Gutsklassifikation der Bordeaux-Weingüter wesentlich bekannter ist, handelt es sich bei der neu aufgelegten Karte um die älteste amtliche Lagenklassifikation der Welt", sagt Peter-Josef Mertes, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Trier. Die Karte ist in Originalgröße (Maßstab 1:50000) nachgedruckt worden. Sie ist inklusive weinbaulicher Erläuterungen in einer transparenten Verpackungsrolle erhältlich. Die mitgelieferte Information ist in Englisch und Französisch übersetzt. Waltraud Jammers und Ulrike Schneider vom Förderverein der Stadtbibliothek hatten die Neuauflage anlässlich der Landesgartenschau Trier initiiert.
 
Die Karte ist zum Preis von 35 Euro (plus Versandkosten) beim Mosel-Saar-Ruwer Wein e.V. in Trier (Telefon 0651/71028-14) und bei der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Trier (Telefon 0651/976444-26, Fax -27) erhältlich.
 
Weitere Information und Quelle: Mosel-Saar-Ruwer Wein e.V., Gartenfeldstraße 12a, 54295 Trier, Telefon 0651/710 280, Fax 45 443, www.msr-wein.de

 

Impressionen Springiersbacher Hof, Hier klicken...

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