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Welche Bedeutung haben die Klimaunterschiede für 
die  Rebkultur und für Charakter und Qualität der Weine?

Mosel Wein, Riesling aus Ediger / Mosel

In  den heißen und sommertrockenen Mittelmeerländern wird auf meist
ebenen Flächen  Weinbau betrieben.

An der Mosel ist der Weinbau aus Gründen des Kleinklimas an den  schwer zu bewirtschaftenden Hanglagen ideal. Die Rebkultur  erfordert deshalb mehr Handarbeit und Pflege. Im Kleinklima der Mosel verläuft die Reifung
der Trauben bei mäßiger Wärme spätsommerlicher oder herbstlicher Tage und bei genügender Feuchte. Diese Witterungsbedingungen ( Kleinklima durch den Fluß ) sind entscheidend für die spezielle Eigenart und den Charakter der Moselweine. Die Fruchtsäuren in den Traubenbeeren werden wenig abgebaut. Es entwickeln sich feine Bukette
und Aromastoffe mit mineralischen Akzenten.
Moselweine zeichnen sich deshalb gegenüber vielen südländischen Gewächsen durch 
ein dezentes Bukett und eine delikate Fruchtsäure aus.

Sie sind mineralreich und kommen mit weniger Alkohol aus.

Die Besten Weine stammen aus den steilen Schieferlagen oder Terrassen ( Terroir Weine ). 
Hier ist die Sonneneinstrahlung nahezu senkrecht, (Äquator Effekt ). 

Riesling Traube

Eine erste Einteilung der Weinbergslagen wurde unter Napoleon vorgenommen, als das Rheinland zu Frankreich gehörte ( um 1804 ).
Einen guten Überblick gibt die Preußische Lagenklassifikation von 1897, aufbauend auf den französischen Ergebnissen.

Im Sommer lernt man als Winzer in den Schiefer-Terrassenlagen sie südländische Siesta zu schätzen:
Für Arbeit in den Steillagen ist es mittags viel zu heiss. Die harte Arbeit in diesen Steillagen verlangt einigen Aufwand. 
Die Moselregion wird  so zum wärmsten Ort in Deutschland.  Hier leben seltene Tier- und Pflanzenarten,
die sonst nur viel weiter südlich heimisch sind.

In den heißen südeuropäischen Weinbaugebieten reifen die Trauben jahreszeitlich früher als bei uns, bei hohen 
sommerlichen Temperaturen und geringer Luftfeuchte. Die Reben leiden oft unter Wassermangel und Hitze. 
Die trocken-heiße Reifezeit behindert speziell beim Weißwein die Entwicklung feiner Fruchtsäuren. 
Die Weine präsentieren sich generell mehr alkoholbetont. 

Den Rotweinen dieser heißen Länder steht die Komposition von betontem Gerbstoffgehalt, kräftiger Farbfülle
und hohem Alkoholgehalt sehr gut.

Die Maßeinheit für den Zuckergehalt der Trauben ist  °Oechsle
Öchsle – Reifeprüfung

Der Zucker, der bei der Vergärung des Mostes in Alkohol umgewandelt werden kann, ist Maßstab für die Reife der Trauben und bestimmt im wesentlichen das Mostgewicht, das auch heute noch in Öchslegraden ausgedrückt wird. Der Name dieser Maßeinheit bezieht sich auf den Apotheker, Goldschmied und Physiker Ferdinand Öchsle (1774-1852), der in Pforzheim lebte. Je günstiger das Klima, je höher die Reife bzw. je später die Lese, desto höher sind die Mostgewichte und desto gehaltvoller werden die Weine. Kabinettweine liegen bei 76° - 80°, Spätlesen mit 80° - 88°, Auslesen mit 88° - 110°, Beerenauslesen und Eisweine ab 110° und Trockenbeerenauslese ab 150 ° Öchsle.
 
Beziehung zwischen Mostgewicht, Fruchtzucker und Alkoholgehalt  in der Öchsle Tabelle ( theoretischer Wert )

 

Grad Öchsle   Fruchtzucker g/l  Alkoholgehalt vol. % 
70  156 9,22 
75  170 10,00 
80  183 10,79 
85  196 11,57 
90  209 12,35 
95  223 13,14 
100  236 13,92 
105  249 14,71 
110  263 15,49 

 

° Öchsle

 
außergewöhnlich  =  über 85° 
sehr gut  =  80-85° 
gut  =  75-80° 
mittel bis gut  = 70-75° 
mittel  =  65-70° 
gering  =  unter 65°  
 

 

Wie viel Wein ist richtig?

Täglich eine kleine Menge ist besser, als aufs Wochenende zu warten. Die Wochendosis auf einen Abend zu konzentrieren, bringt Stress für Herz und Leber. Bei einem Rotwein mit 13 Vol % Alkohol enthalten 100 ml rund 13 ml reinen Alkohol. 1 ml Alkohol wiegt 0,8 g, 13 ml daher rund 10,4 g. Wissenschaftler halten dies als tägliche Dosis für Frauen noch für unbedenklich, Männer sollten nicht mehr als 30 g am Tag trinken. Doch im Flugzeug hat Alkohol die doppelte Wirkung. Auch Stress, Erschöpfung oder seelische Unausgeglichenheit können die Wirkung von Alkohol auf den Organismus ungünstig beeinflussen.

Wein verlängert das Leben

Michael Thun von der American Cancer Society fand 1997 heraus: Ein oder zwei Glas Wein am Tag können das Sterberisiko in einem Zeitraum von neun Jahren um 20 Prozent verringern, eine Folge des verminderten Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine französische Langzeitstudie an mehr als 34.000 Männern mittleren Alters kam 1998 zu dem Ergebnis, dass 10 und 15 Jahre nach der ersten Untersuchung die Sterberate der Männer, die zwei bis fünf Glas Wein am Tag tranken, zwischen 24 bis 31 Prozent unter dem Durchschnitt lag.

Wein verringert das Risiko einer Herzkrankheit

Mehr als ein Dutzend Untersuchungen haben bewiesen, dass täglich ein Glas bei Frauen und zwei Glas bei Männern das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 50 Prozent verringern kann. Alkohol löst Blutklumpen und verhindert Fettablagerungen an den Arterienwänden.

Wein reguliert den Cholesterinspiegel

In Finnland fanden Forscher 1998 heraus, dass 6quot;soziales Trinken" (ein bis vier Glas Wein pro Woche) die Konzentration der Lipoproteine im Blut reduziert. Lipoproteine spielen eine ähnliche Rolle wie das "böse" Cholesterin LDL und fördern Ablagerungen in den Blutbahnen.

Wein verringert das Risiko der Arteriosklerose

Eine laufende Studie am Brigham and Women's Hospital and Harvard Medical School kam zu dem Resultat: Männer die ein oder zwei Glas Alkohol am Tag trinken, haben ein 32 Prozent geringeres Risiko, an der Arteriosklerose zu erkranken, als Abstinenzler.
Grund: die Reduktion des LDL-Cholesterols.

Wein verhindert die Bildung von Nierensteinen.

Frauen, die jeden Tag ein Glas Wein trinken, verringern das Risiko, ihren ersten Nierenstein zu bekommen um 57 Prozent, fanden Forscher am Brigham and Women's Hospital and Harvard Medical School heraus. Wein wirkt besser als Bier, weil der Alkoholgehalt höher ist.

Wein verhindert die Bildung von Gallensteinen

Die Gefahr, Gallensteine zu bekommen, ist um 40 Prozent geringer als bei Abstinenzlern, schreibt der britische Arzt Dr. Thomas Struttaford in seinem Buch "To Your Health".

Wein fördert das seelische Wohlbefinden

"The Lancet" veröffentlichte 1998 eine Untersuchung unter 23- bis 33-jährigen:
moderate Weintrinker zeigen eine geringere Anfälligkeit für physische und psychische Störungen als Abstinenzler oder heftige Alkoholkonsumenten.

Wein kann ein Schutz gegen Alzheimer sein

Forscher der Universität von Bordeaux untersuchten 1997 mehr als 2000 Probanden über 65 Jahre. Diejenigen, die ein bis zwei Glas Wein am Tag tranken, hatten ein geringeres Risiko, an Alzheimer zu erkranken; vermutlich eine Wirkung der Antioxydantien im Wein.

 

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